Sportpistole 25m

Programm
Der Wettbewerb ist unterteilt in die Bedingungen Präzision und Duell. Bei Schießen auf die Präzisionsscheibe beträgt die Zeitbegrenzung für je fünf Schuss fünf Minuten, beim Schießen auf die Duellscheibe für jeden Schuss nur 3 Sekunden. Das erzielte Endergebnis resultiert durch die Summe aus Präzision und Duell.. Das Programm besteht im Allgemeinen aus 60 Schuss (je 30 Schuss Präzision und Duell), bei kleineren Wettkämpfen oftmals nur aus 30 Schuss (je 15 Schuss Präzision + 15 Schuss Duell)
Durchführung
Vor Beginn des Präzisionsschießens ist eine Probeserie mit 5 Schuss erlaubt.
Beim Präzisionsschießen sagt der Schießleiter die Serie an. Nach dem Kommando „laden“ haben die Schützen Ihre Waffen innerhalb einer Minute mit fünf Patronen zu laden. Mit dem entsprechende Kommando „Start“ wird dann die Serie gestartet. Dieser Vorgang wiederholt sich sechs bzw. drei mal (Je nach Liga).

Vor Beginn des Duellschießens ist eine Probeserie mit 5 Schuss erlaubt. Beim Duellschießen sagt der Schießleiter die Serie an. Nach dem Kommando „laden“ haben die Schützen Ihre Waffen innerhalb einer Minute zu laden, ihren Stand entsprechend einzurichten und die Fertighaltung einzunehmen. Die Waffe darf nicht aufgestützt werden. (Fertighaltung: Der Schütze senkt den Arm mit der Waffe um mindestens 45° aus der Waagerechten, sofern es der Schießstand so zulässt. In dieser Haltung erwartet der Schütze das Signal zum Schießen).

Nach dieser Minute erfolgt durch den Schießleiter das Kommando „Achtung“. Zeitgleich wird die Duellanlage gestartet und die Duellscheibe klappt weg. Nach sieben Sekunden erscheint die Duellscheibe zum ersten mal. Der Schütze hat jetzt innerhalb von drei Sekunden seinen Schuss auf die Duellscheibe abzugeben. Nach drei Sekunden verschwindet die Scheibe erneut. Nachdem die fünf Schuss abgegeben wurden, wird die erzielte Ringzahl angezeigt. Dieser Vorgang wiederholt sich sechs bzw. drei mal (Je nach Liga).

Bei Standscheiben wird nach dem Ladevorgang der Beginn der Serie mit dem Kommando „Achtung“ angekündigt. Nach sieben Sekunden wird die Serie mit dem Kommando „Start“ gestartet und nach drei Sekunden mit dem Kommando „Stop“ beendet.
Pistolengriff
Zur Durchführung des Wettkampfes dürfen Formgriffe, jedoch keine Handschuhgriffe verwendet werden. Das Handgelenk muss im Anschlag völlig frei sein.
Bekleidung
Der Schütze trägt keine spezielle Kleidung, welche dem Schützen eine höhere Stabilität verschafft. (Schießhose, Schießjacke, Schießschuhe, Schießhandschuh, usw. nind nicht erlaubt.)
Olympia
Pierre de Coubertin, Gründer der der olympischen Spiele der Neuzeit war ein begeisterter Pistolenschütze. Wohl aus diesem Grund war das Sportschießen bereits in Athen 1896 eine der olympischen Disziplinen. Auf dem Programm standen damals fünf Wettbewerbe, vor allem mit Militärwaffen. Mit Ausnahme von St. Louis 1904 und Amsterdam 1928 war das sportliche Schießen immer Bestandteil der olympischen Spiele. Die heutige Disziplin, KK- Sportpistole wird nur unter den Frauen ausgetragen.
Munition
Die .22 lfB ist eine Randfeuerpatrone, deren Zündsatz im Rand des Hülsenbodens eingelassen ist. Wenn die Patrone im Patronenlager steckt, wird der überstehende Rand vom Schlagbolzen getroffen, sodass die Patrone gezündet wird. Die erste Randfeuerpatrone war eine Idee der Firma Smith & Wesson die 1857 mit ihrem Taschenrevolver "No.1" im Kaliber .22 short auf den Markt kam. 1871 kam die .22 long dazu, die mit 5 Grain Schwarzpulver geladen war und mit einem knapp 30 Grain schweren Geschoss bestückt wurde. Um 1880 wurde die Patrone .22 extra long für Gewehre bekannt, ebenfalls noch mit Schwarzpulver geladen, diesmal aber mit 6 Grains, und mit einem 40 Grain schweren Geschoss versehen. Joshua Stevens nahm nun die Hülse der ".22 long" und kombinierte sie mit dem 40-Grain-Geschoss der ".22 extra long"; die .22 lfB / .22 lr war geboren. Durch die perfekte Balance zwischen Hülsenvolumen und Geschossgewicht gelang der Wechsel zu Nitropulvern. Inzwischen avancierte die .22 lfB, oft einfach nur "KK" oder "Kleinkaliber" genannt, zu einer der vielseitigsten Patronen. Nicht nur Sportschützen, sondern auch Jäger nutzen die Patrone.

Kurzinfo

Waffe
  • Zugelassen sind Pistolen und Revolver
  • Mehrlader
  • Offene Visierung (Kimme und Korn)
  • Lauflänge < 15,3 cm
  • Visierlinie < 22,0 cm
  • Abzugsgewicht > 1000g <1400g
Munition
  • 5,6mm Randfeuer (kal .22 lfb)
Scheiben
  • Präzisionsscheibe; Durchmesser der 10 = 50 mm
  • Duellscheibe; Durchmesser der 10 = 100 mm
Entfernung
  • 25m
Anschlag
  • Stehend freihändig.
Programme
  • 30(60*) Schuss, aus 2 Durchgängen mit je 15(30*) Schuss
    • 3(6*) Serien a 5 Schuss in 5 je Minuten (Präzisionsscheibe)
    • 3(6*) Serien a 5 Schuss in je 3/7 Sekunden/Schuss (Duellscheibe)
*) je nach Liga.

Waffenrechtlicher Hinweis (Deutschland)

§ 14 WaffG     Erwerb und Besitz von Schusswaffen und Munition durch Sportschützen

(1) Die Erlaubnis zum Erwerb und Besitz von Schusswaffen und Munition zum Zweck des sportlichen Schießens wird abweichend von § 4 Abs. 1 Nr. 1 nur erteilt, wenn der Antragsteller das 21. Lebensjahr vollendet hat. Satz 1 gilt nicht für den Erwerb und Besitz von Schusswaffen bis zu einem Kaliber von 5,6 mm lfB (.22 l.r.) für Munition mit Randfeuerzündung, wenn die Mündungsenergie der Geschosse höchstens 200 Joule (J) beträgt, und Einzellader-Langwaffen mit glatten Läufen mit Kaliber 12 oder kleiner, sofern das sportliche Schießen mit solchen Waffen durch die genehmigte Sportordnung eines Schießsportverbandes zugelassen ist.

(2) Ein Bedürfnis für den Erwerb und Besitz von Schusswaffen und der dafür bestimmten Munition wird bei Mitgliedern eines Schießsportvereins anerkannt, der einem nach § 15 Abs. 1 anerkannten Schießsportverband angehört. Durch eine Bescheinigung des Schießsportverbandes oder eines ihm angegliederten Teilverbandes ist glaubhaft zu machen, dass

  • das Mitglied seit mindestens zwölf Monaten den Schießsport in einem Verein regelmäßig als Sportschütze betreibt und
  • die zu erwerbende Waffe für eine Sportdisziplin nach der Sportordnung des Schießsportverbandes zugelassen und erforderlich ist.

Innerhalb von sechs Monaten dürfen in der Regel nicht mehr als zwei Schusswaffen erworben werden.

(3) Ein Bedürfnis von Sportschützen nach Absatz 2 für den Erwerb und Besitz von mehr als drei halbautomatischen Langwaffen und mehr als zwei mehrschüssigen Kurzwaffen für Patronenmunition sowie der hierfür erforderlichen Munition wird unter Beachtung des Absatzes 2 durch Vorlage einer Bescheinigung des Schießsportverbandes des Antragstellers glaubhaft gemacht, wonach die weitere Waffe

  • von ihm zur Ausübung weiterer Sportdisziplinen benötigt wird oder zur Ausübung des Wettkampfsports erforderlich ist
  • und der Antragsteller regelmäßig an Schießsportwettkämpfen teilgenommen hat.

(4) Sportschützen, die dem Schießsport in einem Schießsportverband nach § 15 Abs. 1 als gemeldetes Mitglied nachgehen, wird abweichend von § 10 Abs. 1 Satz 3 unter Beachtung des Absatzes 2 Satz 2 Nr. 1 und Satz 3 eine unbefristete Erlaubnis erteilt, die zum Erwerb von Einzellader-Langwaffen mit glatten und gezogenen Läufen, von Repetier-Langwaffen mit gezogenen Läufen sowie von einläufigen Einzellader-Kurzwaffen für Patronenmunition und von mehrschüssigen Kurz- und Langwaffen mit Zündhütchenzündung (Perkussionswaffen) berechtigt. Die Eintragung von Waffen, die auf Grund dieser unbefristeten Erlaubnis erworben wurden, in die Waffenbesitzkarte ist durch den Erwerber binnen zwei Wochen zu beantragen.

 

§ 17 WaffG       Erwerb und Besitz von Schusswaffen oder Munition durch Waffen- oder Munitionssammler

(1) Ein Bedürfnis zum Erwerb und Besitz von Schusswaffen oder Munition wird bei Personen anerkannt, die glaubhaft machen, dass sie Schusswaffen oder Munition für eine kulturhistorisch bedeutsame Sammlung (Waffensammler, Munitionssammler) benötigen; kulturhistorisch bedeutsam ist auch eine wissenschaftlich-technische Sammlung.

(2) Die Erlaubnis zum Erwerb von Schusswaffen oder Munition wird in der Regel unbefristet erteilt. Sie kann mit der Auflage verbunden werden, der Behörde in bestimmten Zeitabständen eine Aufstellung über den Bestand an Schusswaffen vorzulegen.

(3) Die Erlaubnis zum Erwerb und Besitz von Schusswaffen oder Munition wird auch einem Erben, Vermächtnisnehmer oder durch Auflage Begünstigten (Erwerber infolge eines Erbfalls) erteilt, der eine vorhandene Sammlung des Erblassers im Sinne des Absatzes 1 fortführt.