Luftpistole 10m

Konstruktion
Luftpistolen gibt es in zahlreichen Konstruktionen. Bei älteren Ausführungen wurde der Lauf in die Waffe gedrückt; dabei wurde eine starke Feder gespannt. Beim Betätigen des Abzuges wurde unter starkem Prellschlag eine Kugel oder ein Federbolzen abgeschossen.
Bei weiteren Entwicklungen wurde der Lauf nach unten abgeknickt und spannte dabei ebenfalls eine Feder mit einem Luftverdichtungskolben. Nach dem Schließen der Waffe drückte beim Betätigen des Abzuges der Kolben die Luft zusammen und die Kugel wurde ebenfalls mit einem deutlichen Prellschlag abgeschossen. Die Entwicklung bzw. die Bemühungen der Konstrukteure gingen dahin, diesen Prellschlag mehr und mehr reduzieren zu können.

Modernere Luftpistolen gibt es in vier verschiedenen Ausführungen: mit einem seitlichen Spannhebel, mit Pressluft bzw. CO2-Kartusche oder als Selbstkomprimierer. Als Munition werden in der Regel "Diabolos" vom Kaliber 4,5 mm verwendet (Durchmesser von 4,48 bis 4,52 mm und ein Gewicht von 0,50 bzw. 0,51 g).

Die Pistolen lassen sich mit zahlreichen Feineinstellungen (z.B. Griffposition, Abzugsgewicht, Abzugsposition) an den Schützen anpassen. Auch können die Griffe durch Spezialanpassungen modifiziert werden, dies ist jedoch durch die Sportordnung des Deutschen Schützenbundes und andere Schießsportverbände streng geregelt. Auch kennt man bei Wettkämpfen weitere Einschränkungen. Dazu gehören eine maximale Breite und Höhe der Waffe, ein Maximalgewicht (denn eine schwerere Waffe kann man ruhiger halten) und die Visier-Länge.

Munition
Luftgewehre werden in verschiedenen Kalibern gefertigt und verschießen hauptsächlich "Diabolos" genannte Geschosse. Das verbreitetste Kaliber im Sportschießen ist 4,5 mm, die nicht-metrische Bezeichnung dafür ist .177 (0,177 Inch). Häufig andere Kaliber sind 5,5 mm (.22), 6,35 mm (.25) und 5 mm (.20).
Bekleidung
Spezielle Kleidung, welche dem Schützen eine höhere Stabilität verschafft. (Schießhose, Schießjacke, Schießschuhe, Schießhandschuh, usw.)
sind untersagt.
Schießsport
Grundsätzlich findet das Luftpistolenschießen in der Anschlagsart "stehend freihändig" statt. Die Luftpistole darf also nur mit einer Hand gehalten werden. Das Abzugsgewicht muss mindestens 500 g betragen. Das Gesamtgewicht der Waffe darf 1500 g nicht überschreiten. Vor jedem Wettkampf wird das Abzugsgewicht überprüft.
Bei Wettkämpfen darf grundsätzlich nur eine offene Visierung verwendet werden. Das heisst, Kimme und Korn dürfen nicht in Gehäusen untergebracht sein.
Systeme mit Druckgasspeichern
Hier wird das komprimierte Gas durch einen an der Waffe befestigten Druckgasbehälter bereitgestellt. Entweder wird das Gas vor dem Schuss mittels einer eingebauten Pumpe verdichtet oder es wird aus einem externen Behälter in den Druckspeicher der Waffe geleitet.
Bei allen Druckgas-Systemen wird beim Schuss von einem Schlagstück ein Ventil kurz geöffnet, wodurch unter Druck stehendes Gas auf das Geschoss wirkt - dadurch wird das Geschoss aus dem Lauf getrieben. Durch das geringe Gewicht des Schlagstücks entstehen dabei kaum Erschütterungen. Durch das bereitstehende komprimierte Gas kann eine schnellere Schussentwicklung erreicht werden, im Gegensatz zu den Federspeichersystemen.
CO² Systeme
Hier wird aus einer Kartusche CO2 in einen kleinen Druckbehälter geleitet. Beim Schuss wird mit dem Inhalt dieses Behälters das Geschoss angetrieben. Danach strömt weiteres CO2 aus der Kartusche in den Behälter nach. In der Kartusche verdunstet flüssiges CO2, bis der Gleichgewichtsdruck wiederhergestellt ist. Somit bleibt der Druck konstant, solange sich flüssiges CO2 in der Kartusche befindet. Dies ermöglicht eine gleichbleibende Schussleistung, weshalb dieses Prinzip auch bei Match-Waffen (Wettkampf) verwendet wird. Es gibt aber auch einen Nachteil; die relativ hohe Temperaturabhängigkeit des Druckes in der CO2-Kartusche kann sich ungünstig auf die Trefferleistung auswirken. Weil aber das Spannen einer Feder hier entfällt, kommen CO2-Systeme auch bei Freizeitwaffen in großem Umfang zum Einsatz.
Druckluftsysteme
Man unterscheidet hier zwischen Pump- und Kompressionssysteme. Hier wird der Druck einerseits durch eine Handpumpe erzeugt, andererseits wird Druckluft von außen in einen Drucklufttank in die Waffe gefüllt (Pressluftsystem).

Kurzinfo

Waffe
  • Luft- oder CO2-Pistolen jeder Art Kaliber 4,5 mm
  • die äußeren Maße dürfen 200 mm Höhe, 420 mm Länge und 50 mm Breite nicht überschreiten
  • Gewicht maximal 1,5 kg inkl. Laufbeschwerung
  • Abzugsgewicht mindestens 500 g
  • Stecher und Rückstecher sind nicht erlaubt
  • Mehrlader dürfen nur als Einzellader verwendet werden
     
Munition
  • handelsübliche Geschosse (Diabolo) im Kaliber von maximal 4,5 mm
     
Scheiben
  • Durchmesser der 10 = 11,5 mm,
  • Durchmesser der Ringe 1 bis 9 = je 8 mm
     
Entfernung
  • 10 m
     
Anschlag
  • nur stehend einhändig, wobei der Schütze völlig frei (ohne Anlehnung und künstliche Stützen) stehen muss
     
Programme
  • 20 Schuss in 40 Minuten, 40 Schuss in 75 Minuten, 60 Schuss in 105 Minuten inkl. Probeschüsse (s. Regel 2.10 SpO)

Waffenrechtlicher Hinweis (Deutschland)

Luftdruckwaffen sind in Deutschland bis zu einer Mündungsenergie von 7,5 Joule an Personen ab 18 Jahre frei verkäuflich (Erwerb), sofern sie den "F-im-Fünfeck"-Stempel tragen. Für das Mitführen von Luftdruckwaffen in der Öffentlichkeit ist ein Waffenschein zwingend Voraussetzung. Der Transport einer nicht schussbereiten und nicht zugriffsbereiten (also verpackten) Waffe z.B. zu einem Schützenhaus oder anderen Schiesssportstätten gilt als erlaubnisfreies Führen und ist statthaft. Ebenso ist das Schießen auf privaten Grundstücken erlaubnisfrei.
Beim Schießen mit Luftdruckwaffen muss jederzeit gewährleistet sein, dass Geschosse einen befriedeten Bereich, also im Allgemeinen das Grundstück, nicht verlassen können. Das Mindestalter für das Schießen mit Luftdruckwaffen im Schießsport beträgt in Deutschland 12 Jahre - mit Ausnahmegenehmigungen bereits auch schon ab 10 Jahren.