Luftgewehr 10m

Allgemein
Luftgewehre sind Gewehre, die ein Geschoss durch die Ausdehnung von komprimiertem Gas antreiben. Der große Unterschied zu den herkömmlichen Feuerwaffen ist, dass das unter Druck stehende Gas nicht durch eine Explosion einer Treibladung (z.B. Schiesspulver) erzeugt wird, sondern innerhalb oder außerhalb der Waffe mechanisch verdichtet.
Luftgewehre haben im Vergleich zu Handfeuerwaffen eine wesentlich geringere Feuerkraft (Leistung) und werden daher militärisch kaum genutzt. Zur Übung der Schießfertigkeit sind sie aber sehr geeignet und wegen der geringen Betriebskosten (Munition) und des vergleichsweise problemlosen Erwerbs beliebte Sportgeräte.
Geschichte
Seit langer Zeit wurden Luftdruckwaffen immer wieder von verschiedenen Erfindern und Büchsenmachern gebaut und weiterentwickelt. Die frühesten Entwürfe gegen bis ca. 250 v. Christus zurück. Die älteste erhaltene Windbüchse stammt ungefähr aus dem Jahre 1580. Im modernen Sinne wurden Luftgewehre als Sportgerät zuerst in den Vereinigten Staaten von Amerika nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg populär, als sie dann in sogenannten "shooting galleries" (Schiessbuden) weite Verbreitung fanden.
Heute dienen Luftgewehre hauptsächlich der Jagd auf kleine Vorrats- oder Ernteschädlinge, der Unterhaltung (z.B. auf Rummelplätzen) oder eben zu Wettkampfzwecken.
Bekleidung
Besonderheit beim sportlichen Gewehrschießen im Vergleich zum Schießen mit der Pistole: Der Schütze trägt eine spezielle Kleidung, welche dem Schützen eine höhere Stabilität verschafft. (Schießhose, Schießjacke, Schießschuhe, Schießhandschuh, usw.)
Munition
Luftgewehre werden in verschiedenen Kalibern gefertigt und verschießen hauptsächlich "Diabolos" genannte Geschosse. Das verbreitetste Kaliber im Sportschießen ist 4,5 mm, die nicht-metrische Bezeichnung dafür ist .177 (0,177 Inch). Häufig andere Kaliber sind 5,5 mm (.22), 6,35 mm (.25) und 5 mm (.20).
Wie funktioniert ein Luftgewehr?
Vor dem Schuss wird eine starke Feder gespannt. Beim Auslösen des Schusses drückt diese Feder einen Kolben nach vorne (vergleichbar mit einer Luftpumpe). Die vom Kolben auf bis um 150 Bar komprimierte Luft treibt das Geschoss an. Außer durch eine Feder kann der Kolben auch durch ein beim Spannen zusammengedrücktes Luftpolster angetrieben werden. Analog zu den Systemen mit Stahlfeder wird der Kolben beim Auslösen des Schusses durch dieses Luftpolster nach vorn getrieben.
Der Lauf selbst fungiert bei vielen Freizeitwaffen als Spannhebel für die Feder (Kipp- oder Knicklaufsysteme). Bei einigen Modellen sitzt der Spannhebel parallel unterhalb des Laufes. Wiederum andere Modelle haben seitlich am Waffengehäuse einen Spannhebel.
Druckgasspeicher
Hier wird das komprimierte Gas durch einen an der Waffe befestigten Druckgasbehälter bereitgestellt. Entweder wird das Gas vor dem Schuss mittels einer eingebauten Pumpe verdichtet oder es wird aus einem externen Behälter in den Druckspeicher der Waffe geleitet.
Bei allen Druckgas-Systemen wird beim Schuss von einem Schlagstück ein Ventil kurz geöffnet, wodurch unter Druck stehendes Gas auf das Geschoss wirkt - dadurch wird das Geschoss aus dem Lauf getrieben. Durch das geringe Gewicht des Schlagstücks entstehen dabei kaum Erschütterungen. Durch das bereitstehende komprimierte Gas kann eine schnellere Schussentwicklung erreicht werden, im Gegensatz zu den Federspeichersystemen.
CO²-Systeme
Hier wird aus einer Kartusche CO2 in einen kleinen Druckbehälter geleitet. Beim Schuss wird mit dem Inhalt dieses Behälters das Geschoss angetrieben. Danach strömt weiteres CO2 aus der Kartusche in den Behälter nach. In der Kartusche verdunstet flüssiges CO2, bis der Gleichgewichtsdruck wiederhergestellt ist. Somit bleibt der Druck konstant, solange sich flüssiges CO2 in der Kartusche befindet. Dies ermöglicht eine gleichbleibende Schussleistung, weshalb dieses Prinzip auch bei Match-Waffen (Wettkampf) verwendet wird. Es gibt aber auch einen Nachteil; die relativ hohe Temperaturabhängigkeit des Druckes in der CO2-Kartusche kann sich ungünstig auf die Trefferleistung auswirken. Weil aber das Spannen einer Feder hier entfällt, kommen CO2-Systeme auch bei Freizeitwaffen in großem Umfang zum Einsatz.

Druckluft-Systeme
Man unterscheidet hier zwischen Pump- und Kompressionssysteme. Hier wird der Druck einerseits durch eine Handpumpe erzeugt, andererseits wird Druckluft von außen in einen Drucklufttank in die Waffe gefüllt (Pressluftsystem).

Kurzinfo

Waffe
  • Luftdruckgewehre und CO2-Gewehre Kaliber 4,5 mm
  • Höchstgewicht von 5,5 kg
  • maximal 7,5 Joule Mündungsenergie
     
Munition
  • handelsübliche Geschosse (Diabolo) im Kaliber von maximal 4,5 mm
     
Scheiben
  • Durchmesser der 10 = 0,5 mm
  • Ringabstand = jeweils 2,5 mm
     
Entfernung
  • 10 m
     
Anschlag
  • nur stehend freihändig, wobei der Schütze völlig frei (ohne Anlehnung und künstliche Stützen) stehen muss
     
Programme
  • Stehendwettbewerbe: 20 Schuss in 40 Minuten, 40 Schuss in 75 Minuten, 60 Schuss in 105 Minuten inkl. Probeschüsse (Regel 1.10 SpO)
  • zusätzlicher Wettbewerb Dreistellungskampf: für Schüler 30 Schuss in 75 Minuten und für Jugend 60 Schuss in 120 Minuten in den Positionen liegend, stehend und kniend, wie KK-Sportgewehr (Regel 1.20 SpO)
     
Anmerkung
  • international schießen Männer 60 Schuss und Frauen 40 Schuss

Waffenrechtlicher Hinweis (Deutschland)

Luftdruckwaffen sind in Deutschland bis zu einer Mündungsenergie von 7,5 Joule an Personen ab 18 Jahre frei verkäuflich (Erwerb), sofern sie den "F-im-Fünfeck"-Stempel tragen. Für das Mitführen von Luftdruckwaffen in der Öffentlichkeit ist ein Waffenschein zwingend Voraussetzung. Der Transport einer nicht schussbereiten und nicht zugriffsbereiten (also verpackten) Waffe z.B. zu einem Schützenhaus oder anderen Schiesssportstätten gilt als erlaubnisfreies Führen und ist statthaft. Ebenso ist das Schießen auf privaten Grundstücken erlaubnisfrei. Beim Schießen mit Luftdruckwaffen muss jederzeit gewährleistet sein, dass Geschosse einen befriedeten Bereich, also im Allgemeinen das Grundstück, nicht verlassen können. Das Mindestalter für das Schießen mit Luftdruckwaffen im Schießsport beträgt in Deutschland 12 Jahre - mit Ausnahmegenehmigungen bereits auch schon ab 10 Jahren.