KK-Gewehr liegend

Programm
Die Disziplin Kleinkaliber-Liegend (English Match), ist eine der verschiedenen Formen des sportlichen Gewehrschießens. Die olympische Wettkampfdisziplin besteht aus 60 Schuss die im Liegend-Anschlag abgegeben werden. Die Schießzeit beträgt 90 Minuten bei Papierscheiben und 75 Minuten bei elektronischer Trefferanzeige.
Durchführung
Vor Beginn jeder Anschlagsart ist eine Probeserie erlaubt. Beim Liegendschießen liegt der Schütze ausgestreckt auf einer Schießmatte oder auf dem blanken Boden des Schießstandes. Das Gewehr wird hier mit beiden Händen und einem Riemen gehalten. Es liegt daher sehr ruhig, jedoch ist trotz dieser Stabilität des Gewehres ein hohes Maß an Konzentration und Körperbeherrschung gefragt. Die Schwierigkeit des Liegendschießens ist nicht das Ruhighalten, sondern die Konzentration und die Muskelentspannung über den langen Zeitraum von 60 Schuss.
Gewehre
Neben dem Ulmer Hersteller Anschütz, der mit seinen Gewehren die KK-Disziplinen über mehrere Jahre beherrschte, kamen in den letzten Jahren einige neuen Konkurrenten auf den Markt. Neben den großen Herstellern, wie beispielsweise Walther und Feinwerkbau, sind auch zahlreiche Custom- und ausländische Modelle zu sehen. Wie auch beim Luftgewehrschießen, geht der Trend beim KK-schießen zu Aluminium-Schäften. Trotz der höheren Verstellmöglichkeiten verwenden einige der älteren Top-Schützen weiterhin die bereits bewährten Holzschäfte.
Bekleidung
Besonderheit beim sportlichen Gewehrschießen im Vergleich zum Schießen mit der Pistole: Der Schütze trägt eine spezielle Kleidung, welche dem Schützen eine höhere Stabilität verschafft. (Schießhose, Schießjacke, Schießschuhe, Schießhandschuh, usw.)
Olympia
Seit 1900 wurde diese olympische Disziplin parallel auch mit Großkaliber-Waffen bestritten. Das KK Liegendschießen wird bei den heutigen olympischen Spielen nur noch unter Männern ausgetragen. Erfolgreichste Schießnation sind mit großem Abstand die USA, die bisher 51 Olympiasieger stellten. Der amerikanische Gewehrschütze, Carls Osburn, ist mit fünf Mal Gold und vier Mal Silber zwischen 1912 und 1924 der erfolgreichste Schütze in der Olympiageschichte.
Munition
Die .22 lfB ist eine Randfeuerpatrone, deren Zündsatz im Rand des Hülsenbodens eingelassen ist. Wenn die Patrone im Patronenlager steckt, wird der überstehende Rand vom Schlagbolzen getroffen, sodass die Patrone gezündet wird. Die erste Randfeuerpatrone war eine Idee der Firma Smith & Wesson die 1857 mit ihrem Taschenrevolver "No.1" im Kaliber .22 short auf den Markt kam. 1871 kam die .22 long dazu, die mit 5 Grain Schwarzpulver geladen war und mit einem knapp 30 Grain schweren Geschoss bestückt wurde. Um 1880 wurde die Patrone .22 extra long für Gewehre bekannt, ebenfalls noch mit Schwarzpulver geladen, diesmal aber mit 6 Grains, und mit einem 40 Grain schweren Geschoss versehen. Joshua Stevens nahm nun die Hülse der ".22 long" und kombinierte sie mit dem 40-Grain-Geschoss der ".22 extra long"; die .22 lfB / .22 lr war geboren. Durch die perfekte Balance zwischen Hülsenvolumen und Geschossgewicht gelang der Wechsel zu Nitropulvern. Inzwischen avancierte die .22 lfB, oft einfach nur "KK" oder "Kleinkaliber" genannt, zu einer der vielseitigsten Patronen. Nicht nur Sportschützen, sondern auch Jäger nutzen die Patrone.

Kurzinfo

Waffe
  • Kleinkaliber Sportgewehr
  • Einzellader
  • Abzugsgewicht: frei
  • Gasentlastung, Kompensatoren und Mündungsbremsen sind nicht erlaubt
  • Hakenkappe
  • Handstütze im Stehendanschlag erlaubt
  • Gewicht bis 6500gr
  • Korrekturlinsen und Zielfernrohre sind nicht erlaubt
Munition
  • 5,6mm Randfeuer (kal .22 lfb)
Scheibe
  • Durchmesser der 10 = 10,4 mm
Entfernung
  • 50m
Anschlag
  • Liegend
  • Stehend
  • Kniend
Programme*
  • KK 3x20:
    • 20 Schuss Liegend
    • 20 Schuss Stehend
    • 20 Schuss Kniend
  • KK 3x40:
    • 40 Schuss Liegend
    • 40 Schuss Stehend
    • 40 Schuss Kniend
*in Deutschland je nach Liga
Olympisch: 3 X 40 für Männer / 3 X 20 für Frauen

Waffenrechtlicher Hinweis (Deutschland)

§ 14 WaffG     Erwerb und Besitz von Schusswaffen und Munition durch Sportschützen

(1) Die Erlaubnis zum Erwerb und Besitz von Schusswaffen und Munition zum Zweck des sportlichen Schießens wird abweichend von § 4 Abs. 1 Nr. 1 nur erteilt, wenn der Antragsteller das 21. Lebensjahr vollendet hat. Satz 1 gilt nicht für den Erwerb und Besitz von Schusswaffen bis zu einem Kaliber von 5,6 mm lfB (.22 l.r.) für Munition mit Randfeuerzündung, wenn die Mündungsenergie der Geschosse höchstens 200 Joule (J) beträgt, und Einzellader-Langwaffen mit glatten Läufen mit Kaliber 12 oder kleiner, sofern das sportliche Schießen mit solchen Waffen durch die genehmigte Sportordnung eines Schießsportverbandes zugelassen ist.

(2) Ein Bedürfnis für den Erwerb und Besitz von Schusswaffen und der dafür bestimmten Munition wird bei Mitgliedern eines Schießsportvereins anerkannt, der einem nach § 15 Abs. 1 anerkannten Schießsportverband angehört. Durch eine Bescheinigung des Schießsportverbandes oder eines ihm angegliederten Teilverbandes ist glaubhaft zu machen, dass

  • das Mitglied seit mindestens zwölf Monaten den Schießsport in einem Verein regelmäßig als Sportschütze betreibt und
  • die zu erwerbende Waffe für eine Sportdisziplin nach der Sportordnung des Schießsportverbandes zugelassen und erforderlich ist.

Innerhalb von sechs Monaten dürfen in der Regel nicht mehr als zwei Schusswaffen erworben werden.

(3) Ein Bedürfnis von Sportschützen nach Absatz 2 für den Erwerb und Besitz von mehr als drei halbautomatischen Langwaffen und mehr als zwei mehrschüssigen Kurzwaffen für Patronenmunition sowie der hierfür erforderlichen Munition wird unter Beachtung des Absatzes 2 durch Vorlage einer Bescheinigung des Schießsportverbandes des Antragstellers glaubhaft gemacht, wonach die weitere Waffe

  • von ihm zur Ausübung weiterer Sportdisziplinen benötigt wird oder zur Ausübung des Wettkampfsports erforderlich ist
  • und der Antragsteller regelmäßig an Schießsportwettkämpfen teilgenommen hat.

(4) Sportschützen, die dem Schießsport in einem Schießsportverband nach § 15 Abs. 1 als gemeldetes Mitglied nachgehen, wird abweichend von § 10 Abs. 1 Satz 3 unter Beachtung des Absatzes 2 Satz 2 Nr. 1 und Satz 3 eine unbefristete Erlaubnis erteilt, die zum Erwerb von Einzellader-Langwaffen mit glatten und gezogenen Läufen, von Repetier-Langwaffen mit gezogenen Läufen sowie von einläufigen Einzellader-Kurzwaffen für Patronenmunition und von mehrschüssigen Kurz- und Langwaffen mit Zündhütchenzündung (Perkussionswaffen) berechtigt. Die Eintragung von Waffen, die auf Grund dieser unbefristeten Erlaubnis erworben wurden, in die Waffenbesitzkarte ist durch den Erwerber binnen zwei Wochen zu beantragen.

 

§ 17 WaffG       Erwerb und Besitz von Schusswaffen oder Munition durch Waffen- oder Munitionssammler

(1) Ein Bedürfnis zum Erwerb und Besitz von Schusswaffen oder Munition wird bei Personen anerkannt, die glaubhaft machen, dass sie Schusswaffen oder Munition für eine kulturhistorisch bedeutsame Sammlung (Waffensammler, Munitionssammler) benötigen; kulturhistorisch bedeutsam ist auch eine wissenschaftlich-technische Sammlung.

(2) Die Erlaubnis zum Erwerb von Schusswaffen oder Munition wird in der Regel unbefristet erteilt. Sie kann mit der Auflage verbunden werden, der Behörde in bestimmten Zeitabständen eine Aufstellung über den Bestand an Schusswaffen vorzulegen.

(3) Die Erlaubnis zum Erwerb und Besitz von Schusswaffen oder Munition wird auch einem Erben, Vermächtnisnehmer oder durch Auflage Begünstigten (Erwerber infolge eines Erbfalls) erteilt, der eine vorhandene Sammlung des Erblassers im Sinne des Absatzes 1 fortführt.