Dreistellungskampf

Programm
Der Dreistellungskampf, oder Kleinkaliber - Standard, ist eine der verschiedenen Formen des sportlichen Gewehrschießens. Die olympische Wettkampfdisziplin wurde ursprünglich nur mit einen Kleinkaliber- (KK) oder Großkalibergewehr durchgeführt. Um auch Jugendliche an diese Wettkampfdisziplin heranzuführen, gibt es mittlerweile auch eine Variante für das Luftgewehr.
Ein Wettkampf wird in Anschlagsarten Liegend - Stehend – Kniend durchgeführt. Es werden je Anschlagsart (je nach Liga) max. 40 Wertungsschüsse abgegeben. Es gibt jedoch auch Kleinkaliber Wettbewerbe bei denen 3 x 20 Schuss, bzw. 3 x 10 Schuss abzugeben sind. Die Zeigbegrenzung liegt bei 40 Schuss liegend in 60 Minuten, 40 Schuss stehend in 90 Minuten und 40 Schuss kniend in 75 Minuten inklusive der Probeschüsse.
Durchführung
Vor Beginn jeder Anschlagsart ist eine Probeserie erlaubt.
Beim Liegendschießen liegt der Schütze ausgestreckt auf einer Schießmatte oder auf dem blanken Boden des Schießstandes. Das Gewehr wird hier mit beiden Händen und einem Riemen gehalten. Es liegt daher sehr ruhig, jedoch ist trotz dieser Stabilität des Gewehres ein hohes Maß an Konzentration und Körperbeherrschung gefragt. Die Schwierigkeit des Liegendschießens ist nicht das Ruhighalten, sondern die Konzentration und die Muskelentspannung über den langen Zeitraum.

Im mittleren Abschnitt des Wettkampfes, dem Stehendschießen, steht der Schütze frei am Schießstand. Das heißt, das Gewehr darf nur mit beiden Händen, ohne jede Unterstützung (Riemen) gehalten werden. Der Stehendanschlag ist für die meisten Schützen daher die anspruchvollste Stellung. Die Schwierigkeit besteht darin, das Gewehr ruhig zu halten und trotzdem alle Muskel zu entspannen. Die kleinste Änderung der Fußstellung, der Hüfte oder des Stützarmes können starke Auswirkungen auf das Zielbild oder das Ruhighalten des Gewehres haben. Auch ist unser Körper nicht jeden Tag gleich und stellt uns immer wieder vor neue Aufgaben.

Das Kniendschießen ist weniger verbreitet als die beiden anderen Anschlagsarten. Nur die ’Dreistellungskämpfer’ sind mit dem komplizierten Sitz auf der Rolle vertraut. Der Schütze hält das Gewehr mit Riemen und beiden Händen, wobei der Ellenbogen des Stützarmes auf dem Knie abgestüzt wird. Da es den Wettkampf beendet, bedarf es hier Neven wie Drahtseile.
Gewehre
Bekleidung
Besonderheit beim sportlichen Gewehrschießen im Vergleich zum Schießen mit der Pistole: Der Schütze trägt eine spezielle Kleidung, welche dem Schützen eine höhere Stabilität verschafft. (Schießhose, Schießjacke, Schießschuhe, Schießhandschuh, usw.)
Olympia
Pierre de Coubertin, Gründer der der olympischen Spiele der Neuzeit war ein begeisterter Pistolenschütze. Wohl aus diesem Grund war das Sportschießen bereits in Athen 1896 eine der olympischen Disziplinen. Auf dem Programm standen damals fünf Wettbewerbe, vor allem mit Militärwaffen. Mit Ausnahme von St. Louis 1904 und Amsterdam 1928 war das sportliche Schießen immer Bestandteil der olympischen Spiele.
Im Jahr 1900 gab es zusätzlich Sieger in den einzelnen Anschlagsarten. Auf eine Entfernung von 300 Meter je 40 Schuss musste jeder Teilnehmer in Jahre 1908 schießen, wobei die Waffe frei gewählt werden konnte. Seit 1948 ist das sportliche Gewehrschießen ein fester Bestandteil der olympischen Spiele.
Munition
Die .22 lfB ist eine Randfeuerpatrone, deren Zündsatz im Rand des Hülsenbodens eingelassen ist. Wenn die Patrone im Patronenlager steckt, wird der überstehende Rand vom Schlagbolzen getroffen, sodass die Patrone gezündet wird. Die erste Randfeuerpatrone war eine Idee der Firma Smith & Wesson die 1857 mit ihrem Taschenrevolver "No.1" im Kaliber .22 short auf den Markt kam. 1871 kam die .22 long dazu, die mit 5 Grain Schwarzpulver geladen war und mit einem knapp 30 Grain schweren Geschoss bestückt wurde. Um 1880 wurde die Patrone .22 extra long für Gewehre bekannt, ebenfalls noch mit Schwarzpulver geladen, diesmal aber mit 6 Grains, und mit einem 40 Grain schweren Geschoss versehen. Joshua Stevens nahm nun die Hülse der ".22 long" und kombinierte sie mit dem 40-Grain-Geschoss der ".22 extra long"; die .22 lfB / .22 lr war geboren. Durch die perfekte Balance zwischen Hülsenvolumen und Geschossgewicht gelang der Wechsel zu Nitropulvern. Inzwischen avancierte die .22 lfB, oft einfach nur "KK" oder "Kleinkaliber" genannt, zu einer der vielseitigsten Patronen. Nicht nur Sportschützen, sondern auch Jäger nutzen die Patrone.

Kurzinfo

Waffe

  • Kleinkaliber Sportgewehr
  • Einzellader
  • Abzugsgewicht: frei
  • Gasentlastung, Kompensatoren und Mündungsbremsen sind nicht erlaubt
  • Hakenkappe
  • Handstütze im Stehendanschlag erlaubt
  • Gewicht bis 6500gr
  • Korrekturlinsen und Zielfernrohre sind nicht erlaubt

Munition

  • 5,6mm Randfeuer (kal .22 lfb)

Scheibe

  • Durchmesser der 10 = 10,4 mm

Entfernung

  • 50m

Anschlag

  • Liegend
  • Stehend
  • Kniend

Programme*

  • KK 3x20:
    • 20 Schuss Liegend
    • 20 Schuss Stehend
    • 20 Schuss Kniend
  • KK 3x40:
    • 40 Schuss Liegend
    • 40 Schuss Stehend
    • 40 Schuss Kniend

*in Deutschland je nach Liga
.
 Olympisch: 3 X 40 für Männer / 3 X 20 für Frauen.

Waffenrechtlicher Hinweis (Deutschland)

§ 14 WaffG     Erwerb und Besitz von Schusswaffen und Munition durch Sportschützen

(1) Die Erlaubnis zum Erwerb und Besitz von Schusswaffen und Munition zum Zweck des sportlichen Schießens wird abweichend von § 4 Abs. 1 Nr. 1 nur erteilt, wenn der Antragsteller das 21. Lebensjahr vollendet hat. Satz 1 gilt nicht für den Erwerb und Besitz von Schusswaffen bis zu einem Kaliber von 5,6 mm lfB (.22 l.r.) für Munition mit Randfeuerzündung, wenn die Mündungsenergie der Geschosse höchstens 200 Joule (J) beträgt, und Einzellader-Langwaffen mit glatten Läufen mit Kaliber 12 oder kleiner, sofern das sportliche Schießen mit solchen Waffen durch die genehmigte Sportordnung eines Schießsportverbandes zugelassen ist.

(2) Ein Bedürfnis für den Erwerb und Besitz von Schusswaffen und der dafür bestimmten Munition wird bei Mitgliedern eines Schießsportvereins anerkannt, der einem nach § 15 Abs. 1 anerkannten Schießsportverband angehört. Durch eine Bescheinigung des Schießsportverbandes oder eines ihm angegliederten Teilverbandes ist glaubhaft zu machen, dass

  • das Mitglied seit mindestens zwölf Monaten den Schießsport in einem Verein regelmäßig als Sportschütze betreibt und
  • die zu erwerbende Waffe für eine Sportdisziplin nach der Sportordnung des Schießsportverbandes zugelassen und erforderlich ist.

Innerhalb von sechs Monaten dürfen in der Regel nicht mehr als zwei Schusswaffen erworben werden.

(3) Ein Bedürfnis von Sportschützen nach Absatz 2 für den Erwerb und Besitz von mehr als drei halbautomatischen Langwaffen und mehr als zwei mehrschüssigen Kurzwaffen für Patronenmunition sowie der hierfür erforderlichen Munition wird unter Beachtung des Absatzes 2 durch Vorlage einer Bescheinigung des Schießsportverbandes des Antragstellers glaubhaft gemacht, wonach die weitere Waffe

  • von ihm zur Ausübung weiterer Sportdisziplinen benötigt wird oder zur Ausübung des Wettkampfsports erforderlich ist
  • und der Antragsteller regelmäßig an Schießsportwettkämpfen teilgenommen hat.

(4) Sportschützen, die dem Schießsport in einem Schießsportverband nach § 15 Abs. 1 als gemeldetes Mitglied nachgehen, wird abweichend von § 10 Abs. 1 Satz 3 unter Beachtung des Absatzes 2 Satz 2 Nr. 1 und Satz 3 eine unbefristete Erlaubnis erteilt, die zum Erwerb von Einzellader-Langwaffen mit glatten und gezogenen Läufen, von Repetier-Langwaffen mit gezogenen Läufen sowie von einläufigen Einzellader-Kurzwaffen für Patronenmunition und von mehrschüssigen Kurz- und Langwaffen mit Zündhütchenzündung (Perkussionswaffen) berechtigt. Die Eintragung von Waffen, die auf Grund dieser unbefristeten Erlaubnis erworben wurden, in die Waffenbesitzkarte ist durch den Erwerber binnen zwei Wochen zu beantragen.

 

§ 17 WaffG       Erwerb und Besitz von Schusswaffen oder Munition durch Waffen- oder Munitionssammler

(1) Ein Bedürfnis zum Erwerb und Besitz von Schusswaffen oder Munition wird bei Personen anerkannt, die glaubhaft machen, dass sie Schusswaffen oder Munition für eine kulturhistorisch bedeutsame Sammlung (Waffensammler, Munitionssammler) benötigen; kulturhistorisch bedeutsam ist auch eine wissenschaftlich-technische Sammlung.

(2) Die Erlaubnis zum Erwerb von Schusswaffen oder Munition wird in der Regel unbefristet erteilt. Sie kann mit der Auflage verbunden werden, der Behörde in bestimmten Zeitabständen eine Aufstellung über den Bestand an Schusswaffen vorzulegen.

(3) Die Erlaubnis zum Erwerb und Besitz von Schusswaffen oder Munition wird auch einem Erben, Vermächtnisnehmer oder durch Auflage Begünstigten (Erwerber infolge eines Erbfalls) erteilt, der eine vorhandene Sammlung des Erblassers im Sinne des Absatzes 1 fortführt.